Hier kommt Alex

Vor vielen Jahren habe ich im Fernsehen einen Beitrag über eine durch und durch durchschnittliche Familie in Deutschland gesehen. An den Beitrag selbst erinnere ich mich kaum, jedoch an die Namen. Der durchschnittliche Sohn der Familie hieß:

Alexander

Der durchschnittliche Jungenname also, zumindest vor ungefähr zwanzig Jahren. Die Eltern hießen übrigens Thomas und Sabine.

Herkunft

Alexander ist ein Name mit einer sehr alten Geschichte, die ungefähr bis ins Jahr 1280 v. Chr. reicht. Der hethitische Herrscher Alaksandu hat in diesem Jahr einen Vertrag mit dem Großkönig Muwattalli II. unterschrieben. Es wird heute angenommen, dass Alaksandu ein Grieche namens Alexandros war – die griechische Form des Namens, aus dem die Römer dann Alexander gemacht haben. Der Name wurde u.A. von Severus Alexander, römischer Kaiser von 222 bis 235, getragen – er hieß wohl ursprünglich Alexianus, hat sich dann aber zu Ehren Alexander des Großen, dem wohl bekanntesten Alexander, umbenannt.

Auch in Homers Ilias kommt der Name vor, der Held Paris wird dort auch Alexandros bzw. Alexander genannt. Grund dafür war wohlmöglich die Bedeutung des Namens, die dem griechischen Publikum die Eigenschaften des Paris näher bringen sollte.

Bedeutung

Der Name Alexander bzw. Alexandros setzt sich aus dem griechischen Verb aléxein („schützen“, „verteidigen“) und andrós, dem Genitiv von anḗr („Mann“) zusammen, und bedeutet somit etwas im Sinne von „die Männer verteidigend“, „Beschützer der Männer“.

Verbreitung

Laut Wiktionary wird der Name in Deutschland erst seit dem 18. Jahrhundert vermehrt vergeben, und ist dann nach den Freiheitskriegen (1813 -1815) noch beliebter geworden, da der Zar Alexander I. von Russland den deutschen Befreiungskrieg gegen Napoleon unterstützte.

GfdS hingegen erklärt, dass der Name bereits im Mittelalter in Deutschland recht konstant vergeben wurde, und sich seit den 1960er Jahren zu einer der beliebtesten Jungennamen Deutschlands entwickelt hat, und seitdem auch dort geblieben ist.

Wie oft der Name in den letzten Jahrhunderten wirklich vergeben wurde, ist wahrscheinlich nicht ganz sicher, da es damals noch keine schicken Namensdatenbanken und Statistiken wie heute gab. Fest steht: Der Name ist wohl jedem bekannt und nicht gerade selten. Besonders als Zweitname ist er sehr beliebt, da er zu vielen Erstnamen sehr gut klingt.

Dafür, dass Alexander quasi der Durchschnittsjungename der Deutschen ist, kenne ich persönlich übrigens erstaunlich wenige Alexanders. Die, die ich kenne, sind alle aus verschiedenen Generationen. Der Name ist für mich daher die Definition eines zeitlosen Namens, da man nicht genau weiß, ob der Träger aus dem antiken Griechenland, dem alten Rom, dem Mittalalter, dem 18. Jahrhundert oder aus den 70er Jahren kommt. Der Name passt immer.

Assoziationen

Das Erste, woran man beim Namen Alexander denkt, ist vermutlich Alexander der Große, der makedonische König, der das größte Reich der Antike schaffte. Er hat viel für die Verbreitung des Namens getan – nicht nur als Vorname, er hat auch eine ganze Reihe Städte nach sich benannt. Der nach seinem Tod entstandene Alexanderroman hat der Popularität des Namens sicher auch geholfen. Im Mittelalter war der Alexanderroman, eine romanhafte Biographie Alexander des Großen, neben der Bibel das bekannteste und am weitesten verbreitete Buch Europas.

Mein Alexander-Favorit ist jedoch der Naturforscher und Entdecker Alexander von Humboldt, der schon zu seiner Zeit (1769 bis 1859) hoch angesehen war und möglicherweise ein weiter Grund für die Beliebtheit des Namens ist.

Negative Assoziationen scheint es zu Alexander kaum zu geben, ich denke auch, dass der Name zu bekannt und verbreitet ist, um großartig deswegen gehänselt zu werden. Laut einem Spiegel-Artikel gelten Alexanders bei Grundschullehrern als eher freundlich und leistungstark. Der Artikel ist zwar von 2009, ich denke aber, dass sich daran nicht viel geändert hat. Ein Alexander wird wohl keine Probleme aufgrund seines Namens haben, und höchstens ab und zu mal auf einen Namensvetter treffen.

AI-Fazit

Diesmal habe ich ChatGPT gefragt, ob es mir einen lustigen Fakt zum Namen Alexander nennen kann:

Natürlich! Ein lustiger Fakt über den Namen Alexander ist, dass es eine bekannte Redewendung gibt: „Ein echter Alexander geht nie verloren.“ Diese Redewendung spielt humorvoll darauf an, dass Menschen mit dem Namen Alexander oft als selbstbewusst, zielstrebig und furchtlos angesehen werden, ähnlich wie Alexander der Große in der Geschichte. Es ist eine amüsante Art, die historische Bedeutung des Namens mit modernem Sprachgebrauch zu verbinden.

Die Redewendung habe ich noch nie gehört und bin mir auch nicht ganz sicher, ob das so stimmt. Aber gut, ich werde sie ab jetzt verwenden.



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