Karl, nicht nur der Große

Dieses Mal geht es um einen Namen, der seinen Ursprung nicht irgendwo am Mittelmeer hat, sondern quasi direkt vor der Haustür:

Karl

Bei dem Namen denkt man wahrscheinlich als erstes an Karl den Großen, fränkischer König und später erster westeuropäischer Kaiser seit der Antike. Kein schlechter Namensvetter! Auch der Name des derzeitigen britischen Königs Charles leitet sich von Karl ab – also definitiv ein königlicher Name.

Herkunft und Bedeutung

Es ist vielleicht etwas überraschend, dass die Bedeutung des Namens nicht eindeutig geklärt ist. Für mich war immer klar, dass Karl verwandt mit dem Wort „Kerl” ist und daher„Mann” bedeutet. Das ist jedoch nur eine der möglichen Theorien. Demnach soll der Name vom althochdeutschen karal stammen, welches wiederum vom protogermanischen *karlaz stammt und „freier Mann”bedeutet.

Eine andere Quelle besagt, dass Karl wahrscheinlich vom germanischen heri abstammt und „Armee” bedeutet. Es wäre damit eine Form des germanischen Namens Háriolus.

Die alternative Schreibweise Carl ist wohl angelehnt an die lateinische Form des Namens, Carolus.

Von Carolus stammt auch der Name des Adelsgeschlecht der Karolinger. Es wurde nach Karl Martell benannt, der Großvater Karls des Großen. Karl war ein sehr beliebter Name bei den Karolingern (die erst später so benannt wurden): Neben Karl Martell und Karl dem Großen gibt es unter anderem auch Karlmann, (der Bruder von Karl dem Großen), Karl der Jüngere (ein Sohn Karl des Großen), Karl den Kahlen und Karl den Dicken.

Verbreitung

Laut dem Deutschen Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm ist Karl „einer der verbreitetsten eigennamen, besonders als vorname, bei uns wie bei allen Romanen, den Engländern, den Nordländern in manigfachen formen”.

Das stimmte zur damaligen Zeit bestimmt – die Liste bekannter Karls ist lang. Karl der Große hat den Namen im 10. Jahrhundert bekannt gemacht, vorher wurde er hauptsächlich im heutigen Frankreich vergeben. Seit dem 18. Jahrhundert wurde der Name häufig vergeben, seit Mitte des 2o. Jahrhunderts ist er etwas aus der Mode gefallen.

Laut beliebte-vornamen.de lag Karl im Jahr 2023 auf Platz 33 der beliebstesten deutschen Jungennamen, der lage gewinnt also langsam wieder an Beliebtheit. 61% haben dabei die Schreibweise Karl, 39% Carl.

Wem Karl oder nicht gefällt, für den gibt es noch eine ganze Reihe an Namen, die von Karl abgeleitet sind, z.B.:

Carolus, Karel, Charles, Charlie, Chuck, Carlo, Carlos

Carla, Carolin, Carolina, Charlotte, Charlène, Charlize, Carol, Karlie

AI-Fazit

Diesmal wieder von ChatGPT, da ich es selbst nicht besser sagen könnte:

Der Name Karl ist ein klassischer Name mit tiefen historischen Wurzeln und einer klaren Bedeutung, die „Mann“ oder „Freier“ reflektiert. Von bedeutenden Herrschern bis hin zu einflussreichen Denkern hat der Name Karl immer wieder die Bühne der Geschichte betreten. Auch wenn die Popularität des Namens in den letzten Jahren etwas zurückgegangen ist, bleibt er ein zeitloser und respektabler Name, der sowohl historische als auch moderne Konnotationen trägt. In einer Welt, in der Namen oft Modeerscheinungen unterliegen, hat Karl seine Beständigkeit und seinen historischen Wert bewahrt.



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